Archiv des Autors: igrosch

Und täglich grüsst das Stinktier

Dieser Tage wurde ich mal wieder an die Existenz von Wilfried Gehr erinnert.

Erstens durch den nahenden Termin vor Gericht, wo er laut Schreiben seines Anwalts erneut Lügen über das Auswärtige Amt verbreiten wird. Da zücke ich einfach die schriftliche Stellungnahme des Auswärtigen Amtes.

Zweitens durch eine Mail von ihm, in der er dazu aufruft, einen Mitarbeiter der Süddeutsche Zeitung vollzuspammen mit Protestmails (wir erinnern uns – diese Masche verwendet er nicht zum erstenmal).

Habe die Gelegenheit beim Schopf ergriffen un den Mann angeschrieben. Und ihm angeboten, dass ich so Einiges über die Rallyeveranstalter erzählen kann 🙂

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Rückkehr auf dem Landweg

Gestern nachmittag erreichte auch das Restteam 55 wieder die Heimat an Bord von Dora2 und Dora3. Wir hatten eine gute Reise in 4 Tagen von Mersin (Südtürkei) bis Stuttgart. Durften erneut feststellen, daß die Türkei landschaftlich einiges zu bieten hat. Und daß die Türken ein sehr freundliches Volk sind.

Nun steht die Nachbereitung an – diverse Medien erwarten Berichte von uns, die wir natürlich gerne liefern werden.

Wir danken nochmal unseren treuen Fans für die Anteilnahme. Unter dem Strich war es ein schönes Erlebnis – wir haben alte Freunde besser kennen gelernt und neue Freundschaften geknüpft. Das überwiegt den Ärger bei Weitem…

Rien ne va plus

So, unser Bruder Lustig ist heute leider verhindert, daher fallen ausnahmsweise ein paar harte Worte.

Am Samstag wurden wir in die Freiheit entlassen. Daraufhin splittete sich das Team. Zwei Leute entschlossen sich, dem OK weiter ihr Vertrauen zu schenken. Der Rest begab sich auf Achse Richtung Deutschland bzw. mehrfach umgebuchtem Anschlussflug nach Thailand.
4 Mitglieder des Teams werden gegen den Veranstalter der Rallye juristische Schritte einleiten und sind sich sicher, gute Erfolgsaussichten zu haben. Soviel sei verraten: es gibt viele andere mit der gleichen Absicht.
Neben der eigenen Wiedergutmachung erhoffen wir uns, daß die Veranstaltung nächstes Jahr nicht mehr stattfinden wird und wir andere davor bewahren, einem verantwortunglosen selbstverliebten Blender und seinen Spiessgesellen aufzusitzen.

Tag 13+ …whatever will be will be

Der Tag hat – wie so oft – mitten in der Nacht begonnen. Das Verladen der Fahrzeuge ging vergleichsweise schnell, die Pässe hatten wir auch zügig … alleine die Kutter haben nicht abgelegt. Warum? keine Ahnung.
Abgelegt haben wir dann wohl gegen 2 Uhr nachts. Die meisten von uns haben bereits geschlafen. Als wir heute morgen aufgewacht sind, sind wir immer noch vor der zypriotischen Küste gekreuzt. Ohne Fahrt durchs Wasser, wie man so schön sagt. Grosses Rätselraten. Die ersten wollten bereits den Hut rumgehen lassen für Sprit. Nach den Erfahrungen bisher …
Dann die Erklärung. Wir dürfen nicht nachts anlegen. Ausgangssperre in Ägypten wegen erneuter Unruhen. Also wird die Fährt gestreckt. Gut, dass wir uns darauf vorbereiten konnten, zum Beispiel mit dem Kauf von Wasser und Lebensmitteln. Die Bordküche bietet ranzigen Toast. Wenigstens ist das Bier kalt. Die Preise steigen mittlerweile stündlich 🙂

Ein Wort zu den Schiffen. Mit den Seelenverkäufern würden wir normalerweise nicht mal über den Bodensee … Dafür ist die Crew auch schmerzbefreit – sogar in den Rettungsbooten und auf dem Brückendeck wird übernachtet. Und gefeiert.
Die sanitären Einrichtungen sind – vorsichtig formuliert – nur eingeschränkt zu empfehlen. Einige haben schon aufgehört zu essen. Wir wissen von wenigstens einem Team, dass sie mit der präventiven Einnahme von Immodium versuchen, dem Stuhlgang zu vermeiden. Nicht gerade wie vom Arzt verschrieben, aber vielleicht muss man auch nur die Beipackzettel einiger Medikamente überarbeiten. Anwendungsgebiete: Türkische Fähren.
Nett auch der Versuch, die verstopften Toiletten mit der Feuerlöschanlage zu spülen. Vielleicht keine schlechte Idee, wenn die Löschanlage funktioniert hätte. Einziger Kommentar eines Mitreisenden: „Der Brand löscht sich doch wenn selber, wenn wir absaufen“. Galgenhumor macht sich breit.
Daneben verblassen auch die Reparaturversuche der Navigationsinstrumente, die wir gestern auf der Brücke beobachtet haben. Was soll’s, wir fahren nach Süden. Das geht auch mit der Sonne.

Das Geld für die Einreise konnten wir zusammen kratzen. Wieder eine Hürde genommen. Mal sehen was als nächstes schief läuft….

Gegenwärtig ist weit und breit kein Land mehr in Sicht. Auf dem Schiff ist eine unglaubliche Entspannung eingekehrt. Die Teams liegen an Deck, geniessen die Sonne, trinken ein Bier, hören ein bisschen Musik. Oder sie schlafen einfach.
Nachdem wir ja nun erfahren haben, dass wir eine Nacht länger auf dem Kahn sind als geplant, ist das sicher nur die Ruhe vor dem Sturm. Wenn man sich so umhört, stehen die Signale auf Party heute abend. Steht nur zu befürchten, dass wir den Kahn vorzeitig trocken legen…

Trotz allem muss man sagen, die Stimmung ist super. Die Leute sehen es – mit wenigen Ausnahmen – extrem gelassen. Wir haben’s zwar so nicht gebucht, aber jetzt machen wir halt ne Budget-Kreuzfahrt. Mit vielen netten Leuten.

Tag 13 … und kein Land in Sicht
Der Morgen bringt wie gewohnt keine guten Nachrichten. Auf dem Schiff ist das Frischwasser knapp. Das Wasser ist rationiert, Toilette und Waschbecken funktionieren nur noch gelegentlich. Die See wird rauher, das Wetter schlechter. Und immer noch kein Land in Sicht.
Die Stimmung ist verhalten, vor allem bei denen die jetzt eigentlich im 5-Sterne Hotel liegen sollten. So wie wir. Unser Risiko heisst es. Wir sind uns nicht sicher, ob man es sich so einfach machen darf. Aber was soll’s, wir können’s nicht ändern.
Eine richtige Party wurde gestern auch nicht gefeiert. Ausser auf dem Fahrzeugdeck, wo angeblich auch gegrillt wurde. Und auf den Autos getanzt, und zwar nicht immer auf den eigenen. Das hat heute morgen auch schon vereinzelt zu ärger geführt. Gott sei Dank sind unsere Autos auf dem Frachter ohne Passagiere, auch wenn niemand weiss wo der gerade ist. Gestern abend hatten wir noch Sichtkontakt.

Tag 12 … Danke, Zypern

Nach einer kurzen Nach sind wir so gegen 9:00 auf dem türkischen Teil von Zypern angekommen. Geplant war um 7:00. Egal, Uhren benutzt eh‘ keiner mehr.
Den meisten von uns steht der Sinn nach Schlaf, Essen und vielleicht ein bisschen Strand.
Weit gefehlt. Man hatte uns zwar gewarnt, dass die Zyprioten wahnsinnig stolz auf unseren Besuch wären. Daran glauben mochte nach den Erfahrungen der letzen Tage aber niemand so richtig.
Um so mehrhaben uns unsere Gastgeber überrascht. Und zwar positiv. Mit einer fast beschämenden Gastfreundschaft. Als uns auf der Fähre gesagt wurde, es gäbe ein Programm, waren wir – wie die meisten – eher enttäuscht. Zu unrecht.
Nachdem wir alle noch im Hafen einfach unsere Pässe abgeben durften – die Formalitäten wurden im Hintergrund erledigt – gab es bei der Hafenausfahrt erst einmal für jeden Fahrer ein Programm und ein Frühstückspaket.
Begonnen hat das Programm mit einem kleinen Empfang im alten Hafen, wo – vor malerischer Kulisse – der Premierminister Zyperns, nebst dem Sportminister und anderen Offiziellen, warme Worte des Empfangs gesprochen hat. Der Premierminister hat uns eingeladen, ein Tag lang Gäste der türkischen Republik Zypern zu sein.
Danach ging’s im Autokorso – geführt von der Polizei und dem Automobilclub Zyperns – auf eine ca. 200km lange Rundfahrt. Die hat uns entlang der Küste und durch die Berge von … nach Iskele geführt.
Dort wurden wir bereits am Ortsschild rührend mit Musik empfangen. Auf dem Hauptplatz angekommen, hat jeder Fahrer ein Willkommensgeschenk erhalten – ein Päckchen mit regionalen Spezialitäten – Olivenöl und Vanilieschoten. Ausserdem haben uns Mädchen in traditioneller Kleidung Blumen geschenkt. Auf dem Dorfplatz gab es dann eine Tanzaufführung, und ringsherum gab es Stände, an denen uns die Kostbarkeiten der regionalen Küche – süss und pikant – serviert wurden. Natürlich umsonst.
Der anschliessende Besuch eines Mönchsklosters musste leider aus Zeitgründen abgesagt werden.
Während der gesamten Tour hat die Polizei in der gesamten Region den Verkehr für uns geregelt.
Zum Abschluss der Rundfahrt waren wir nach Lefkosia geladen, wo vor einem Regierungsgebäude eine Partyband aufgespielt hat. Es gab zu essen und zu trinken, Volkstanz, ein kleine Rede und viel gute Stimmung. Von dort aus sind wir dann – leider viel zu früh – Richtung Fährhafen Port Said aufgebrochen. Mal schauen wie’s diesmal läuft.

Am Hafen gab’s neue Info. Einreise Ägypten für nur noch 60.- Euro. Tja, versteckte Kosten. Dafür inklusive Autoversicherung und Geleitschutz. Schliesslich sollen irgendwelche Berber die Sinai noch unsicher machen. Sollen sie kommen, wir haben seit Tagen die Wäsche nicht mehr gewechselt 🙂

Es war eine echte Ehre und ein grosses Vergnügen, Gast in diesem Land zu sein.
Danke Zypern, für einen unvergesslichen Tag!

Tag 11 … ein Schiff wird kommen

Das Sammeln im Fährhafen ist heute für 15:00 angesetzt gewesen. Wir wollten zeitig dort sein, damit wir sicher mit Team 3 auf einem der drei Schiffe landen.
Insgesamt hat sich das auch entspannt angelassen; ausschlafen, Frühstück am Meer, letzte Erledigungen, packen, und die 30 km bis zum Hafen. Das hat auch alles super geklappt.
Punkt 15:00 hat sich das gesamte Feld dann im Fährhafen getroffen. Wie immer bei diesen Gelegenheiten ein tolles „Hallo“ mit all den Teams, die wir bisher kennen lernen durften. Praktische alle haben mit einer längerer Wartezeit gerechnet. Die Sonne hat das erste mal so richtig gebrannt, demnach erste Aufgabe: ein Sonnenschutz muss her. Der ganze Schotterparkplatz hat sich binnen kürzester Zeit in ein Camp verwandelt. Die ersten Grill’s wurden angezündet, die ersten Bierdosen geöffnet. Wir haben Linsen gekocht, und ein bisschen Pasta. Dann wurde Musik gemacht: die einen haben die Gitarren gezückt, die anderen aus der Konserve. Wir alle haben uns das Warten erträglich gemacht.
Dann, so gegen 22:00, konnte das Verladen losgehen. Nur die Fahrer durften bei den Fahrzeugen bleiben, alle anderen wurden per Bus auf ein Personenschiff gebracht. Später, nach dem verladen, sollten die Fahrer dann dazu stossen.
Auf dem Parkplatz vor der Fähre haben sich dann schnell zwei Dinge herumgesprochen: erstens, wir müssen Zollformalitäten erledigen. zweitens, weit und breit keine Fähre in Sicht.
Egal, erst mal zum Zoll. Natürlich hatte jeder seinen Kram selbst zu erledigen. Also haben Wir haben uns in langen Schlangen angestellt. Sehr zur Freude all der LKW-Fahrer, die ebenfalls auf irgendwelche Fähren mussten. Das Prozedere insgesamt war unbekannt. Wir sind nur Gerüchten gefolgt, dass man zwischen zwei und fünf Stempel im Pass haben muss (heute wissen wir, es sind vier und ein Zettel). Also haben wir uns wahllos an verschiedenen Schaltern angestellt. Das ganze hatte nach unserem Ermessen eh keine Methode. Über Passvergleiche haben wir dann versucht herauszufinden, ob jeder alles hat. Das hatte was von Panini-Bilder tauschen: „ich hab den schon, und du?“. „Ne, wo gibt’s den …?“. Nur, dass wir nicht tauschen konnten.
Dann durften wir noch zwei Wichtige Lektionen lernen. Bleibe immer bei deinem Pass und derjenige, der ein Auto einführt, sollte es auch ausführen. Unnötig zu erwähnen, dass wir die Schlange ein wenig aufgehalten haben 🙂
Kurz nach drei hatten wir die Autos dann verladen.Hat also nur schlappe 12h gedauert. Danach nur noch zwei Passkontrollen, dann durften auch wir auf die Personenfähre. Eins der beiden Schiffe hatte bereits abgelegt.
Zu dumm, dass einige Teams und Teams von ihren Ausrüstungen getrennt wurden. Wie auch das Frauenteam. Die haben das auch gleich zum Anlass genommen, das OK zu wecken und den gesamten Kahn zusammen zu schreien. Natürlich vor einer der allgegenwärtigen Fernsehkameras. Oh Mädels …. Ok, wie geplant läuft es nicht. Auch war der Abend ziemlich anstrengend. Vielleicht doch lieber TUI für euch das nächste mal.
Wenigstens gibt es jetzt ein gemeinsames Feindbild. Das stärkt die Moral der restlichen Teams.

Dann ging’s los, mitten in der Nacht. Auf nach Zypern.

Tag Eins … oder beinahe Rijeka

So, die erste Etappe liegt hinter uns. Aufwachen wollten wir in Betten in Rijeka, geworden sind es Feldbetten und Autositze an der Strandpromenade von Trieste. Dafür mit Meerblick.
Im Moment warten wir darauf, dass der Wasserkocher für den Zigarettenanzünder doch noch Leistung zeigt. Unser Equipment muss sowieso noch seine Rallyetauglichkeit zeigen. So haben wir gestern noch über den Eiskratzer aus Dora 1 gelacht, um ihn heute morgen gleich für die Entfernung von gefühlten Kilos Taubensch… auf Dora 1 zu verwenden.
Gefahren sind wir eine wirklich traumhafte Strecke. Nach Erledigung der Startprüfungen in Oberstaufen haben wir die Alpen und die Dolomiten überquert; zehn Stunden Serpentinen, ein Traum. Damit liegen Deutschland, Österreich und Italien hinter uns, Slowenien direkt vor uns. Unsere Doras spielen fantastisch mit – sie werden mit jedem Kilometer besser. Dafür füttern wir sie auch mit ausgewählten Betriebsstoffen.
Tag 1 in Zahlen:
Start 10:04, Erhalt Roadbook 10:45, Steine 11:10, letzte Mahlzeit in Deutschland 12:00 Schnitzelalm Ankunft 1:15
3 Länder, 583km